Netzwerkprojekt mit NMB
Bis zu 75 Prozent Energie sparen
Es ist ein Thema, das besser gar nicht in die Zeit passen könnte - Energieeinsparung. Ein gestern im Kompetenzzentrum für Neue Materialien Bayreuth (NMB) gestartetes Netzwerkprojekt verspricht teilnehmenden Unternehmen ein Einsparpotenzial von mindestens 25 und in Teilbereichen von bis zu 75 Prozent.
Die Idee des vom Bundeswirtschaftsministerium über drei Jahre mit insgesamt 300.000 Euro geförderten und bei den Neuen Materialien angesiedelten Projekts ist es, Unternehmen untereinander sowie diese mit Wissenschaftlern zusammenzubringen. Zum Start sind zehn Unternehmen der werkstoffverarbeitenden Industrie dabei, es sollen im Laufe der Zeit deutlich mehr werden.
Im intensiven Miteinander sollen nun die eigenen Erfahrungen ausgetauscht werden, was im Idealfall zu direkt umsetzbarem Wissenstransfer führt. Mit vielfältigen Möglichkeiten, so Professor Volker Altstädt, NMB Geschäftsführer, und Netzwerkmanager Dieter Kunz: Etwa, wenn sich Energiespar-Konzepte direkt von einem auf den anderen Betrieb übertragen lassen. Oder wenn sich eine Technologie mit Forschern der Universität und der NMB weiterentwickeln lässt und dann auch bei anderen Unternehmen anwendbar ist. Hieraus könnten sich dann neue geförderte Projekte ergeben. Dabei übernimmt das Netzwerkmanagement alle administrativen Aufgaben.
Die Bemühungen zur Energieeinsparung im Rahmen des neuen Netzwerks sollen vor allem in zwei Richtungen gehen. Dabei geht es um die Weiterentwicklung spezifischer Verfahren der Wärmebehandlung sowie Technologien zur Restwärmenutzung, die an die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) angepasst werden sollen.
90 Prozent der industriellen Wärmebehandlungsprozesse werden mit hohem Energieaufwand mittels Ofentechnik durchgeführt. Wie hier das Netzwerk seinen Mitgliedern von Nutzen sein kann, zeigen einige Beispiele. So hat etwa die Firma Thermtech Einsparungen von bis zu 50 Prozent realisiert. Ein Wert, der in den NMB bei der Herstellung von EPP-Kunststoffformteilen noch überboten wurde. Und der Schleifscheibenhersteller Dronco kam sogar auf 70 Prozent. Ebenfalls sehr interessant ist der Ansatz, Werkstücke lediglich teilweise zu erhitzen. Was im Ofen sehr lange dauert, schafft das bei den NMB entwickelte Bügeleisenverfahren binnen Sekunden - mit entsprechend deutlich weniger Energieeinsatz.
Ansatzpunkte gibt es also genug, um eine "weitere Profilierung der Werkstoffregion Oberfranken zu erreichen, indem mit Rezepten zum Energiesparen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen gestärkt wird", so Oberbürgermeister Michael Hohl, der sich über ein Lob Altstädts freuen durfte: Die Stadt habe großen Anteil am Zustandekommen des Projekts. Von Stefan Schreibelmayer
Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 02.04.2011
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EXTRA
Das Netzwerk startet mit folgenden Firmen: Dronco (Wunsiedel), FutureCarbon (Bayreuth), Gealan (Oberkotzau), GMK (Bargeshagen), Heinz-Glas (Kleintettau), Porzellanfabrik Walküre (Bayreuth), KSB (Frankenthal/ Pegnitz), Latherm (Dortmund), Sell Haustechnik (Helmbrechts), Thermtech (Theuma).




