Ultraleicht durch Pressen und Spritzgießen

Mit der Verfahrenskombination von Pressen und Spritzgießen in einer Fertigungszelle erarbeitet die Forschungseinrichtung Neue Materialien Bayreuth den großserientauglichen Hochleistungsleichtbau.

Bayreuth (G) - Eine innovative Fertigungsanlage zur wirtschaftlichen Herstellung endlosfaserverstärkter Hochleistungsleichtbauteile für die automobile Großserie ergänzt den Maschinenpark im Technikum der Forschungseinrichtung Neue Materialien Bayreuth GmbH. Die neu entwickelte Spritzpresse des Typs Engel ESP 4400H/ 4400H/ 2500V kombiniert eine parallelitätsgeregelte vertikale 25.000 kN Presse mit einer horizontal angeordneten Spritzeinheit.

Durch diese Verfahrenskombination aus Pressen und Spritzgießen in einer Fertigungszelle kann ein Fertigungstakt von 60 s realisiert werden. Das spezifische Anlagenkonzept ermöglicht die Herstellung großflächiger Leichtbauteile aus endlosfaserverstärkten Thermoplasten, sogenannten Organoblechen, die in einem anschließenden Spritzgießschritt mit Rippen und einem Rand funktionalisiert werden. Aufgrund der vertikalen Schließeinheit kann beim Einlegen von großen, flächigen Faserhalbzeugen in das kombinierte Press- und Spritzgießwerkzeug die Schwerkraft ausgenutzt werden.

Eine weitere verfahrenstechnische Besonderheit ist die Möglichkeit zum Ein- und Ausfahren der Werkzeugunterhälfte über einen Schiebetisch in nur 4 s, wodurch eine einfache Bestückung des Werkzeugs mit aufgeheizten Organoblechen ermöglicht wird. Ergänzt wird die Fertigungszelle durch ein automatisiertes Handling heißer Halbzeuge sowie eine Heizstation für thermoplastische Halbzeuge.

Die Kombination von Pressen und Spritzgießen ermöglicht die wirtschaftliche Fertigung thermoplastischer Verbundbauteile mit hoher Funktionsintegration - Foto: NMB

Quelle: IK-Zeitung online vom 10.11.2011


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