Anlieferung einer 80 Tonnen Presse

Mit Präzision durch die Dachluke


Die neun Meter hohe und 80 Tonnen schwere Presse musste übers Dach in die Fertigungshalle gehoben werden. Foto: Hans-Joachim Winckler

VON HANS-JOACHIM WINCKLER

FÜRTH - Zwei Schwerlastkräne hievten eine Blech-Presse in die Halle 3 der Neuen Materialien Fürth. Anfang 2011 soll in der Halle 3 der Neuen Materialien Fürth die Erprobung neuer leichter Blechverbindungen anlaufen. Mit großem Aufwand wurde nun eine riesige Presse in der Halle montiert. 

FÜRTH - Da wird selbst der Leitein der neuen Forschungshalle in der Uferstadt etwas mulmig. „Ich gebe zu, da habe ich ein komisches Gefühl," sagt Marion Merklein mit Blick auf die 80 Tonnen schwere Blech-Presse, die gerade an den Haken zweier Lastkräne über dem Gelände schwebt.
Die junge Professorin, die an der Uni Erlangen Fertigungstechnik lehrt und für die Neuen Materialien Fürth GmbH neuartige Blechverbindungen zur Serienreife bringen will, hat gleich alle ihre Mitarbeiter zu dem Spektakel im Morgengrauen mitgebracht. „Die Chance hat man nur einmal im Leben, mit dabei zu sein, wenn so eine Riesenpresse eingebaut wird."
In aller Frühe wurde das Technik- Monstrum per Tieflader aus Coburg angeliefert. Bis es endlich von den Autokranen in die Höhe gehoben werden konnte, vergingen dann noch volle zwei Stunden. Zunächst musste die Dachluke auf der Halle abgehoben werden, dann wurden die richtigen Ketten und Seile gesucht. Die 80 Tonnen schwere Baugruppe mit einer Höhe von etwa neun Metern wurde sodann in die Vertikale bewegt und schwebte innerhalb weniger Minuten in die Halle ein, wo sie auf der bereits vorhandenen Hydraulikanlage befestigt wurde.
Mit einem Wert von 1,5 Millionen Euro bildet die Presse das Herzstück der künftigen Erprobung von Werkstoffverbindungen. Dazu gehören noch eine Walze, die schon in Einzelteilen in der Halle liegt, sowie ein Laser. Bis Ende 2010, so Marion Merklein, soll der Aufbau vollendet werden, müssen die derzeit etwa zehn Mitarbeiter geschult sein; nächstes Jahr könne mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden.
Dabei geht es vor allem um die Herstellung möglichst leichter Blechverbindungen, wie sie etwa in der Auto- produktion, aber auch im Flugzeug gefragt sind. So könnten in Zukunft die in der Uferstadt erprobten Bauteile in Autokarosserien zum Einsatz kommen, in denen heute noch hochstabiler Stahl benutzt wird.

Quelle: Fürther Nachrichten, 15. September 2010


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