Geballte Kompetenz

Franken bei Neuen Materialien in der ersten Liga


Im Fürther Technikum Neue Materialien wurde Besuchern in der letzten Langen Nacht der Wissenschaften die Eigenschaft extrem leichter Magnesiumbarren vor Augen geführt.
Foto: Thomas Scherer


Tue Gutes und rede darüber - nach diesem Motto hat die Metropolregion in einem Leitbild sieben Kompetenzfelder definiert, mit denen sie sich im Standortwettbewerb hervorheben will. Dazu gehört der in Fürth besonders stark vertretene Kompetenzbereich „Neue Materialien".


FÜRTH (won) - Glaubt man den Fachleuten, dann ist die Metropolregion auf bestem Weg, eines der führenden Zentren für Neue Materialien in Europa zu werden. Dabei handelt es sich um keine Branche im eigentlichen Sinn. Es ist vielmehr eine Quer schnittstechnologie, die Innovationen in ganz vielen Branchen ermöglicht - angefangen von der Autoindustrie, über die Kunststoff- und Textilverarbeitung bis hin zur Keramikherstellung und Medizintechnik.
Die Unternehmensstruktur ist dabei breit gefächert. Sie umfasst Global Player wie adidas und hochspezialisierte Mittelständler wie den Stadelner Autospiegel-Spezialisten Mekra Lang, den Kunststoffverarbeiter Oechsler aus Ansbach oder die Nürnberger Nexans GmbH.
Nimmt man alle Firmen zusammen, dann arbeiten in der Metropolregion rund 300 000 Menschen in Bereichen, in denen Neue Materialien eine Rolle
spielan.
Hier wird beispielsweise daran geforscht und gearbeitet, Leichtbaustoffe wie Aluminium, Magnesium, oder Kunststoffe für die Automobilindustrie nutzbar zu machen, damit die Karossen leichter und so sparsamer im Spritverbrauch werden.
In der Medizintechnik wird an Materialien gearbeitet, die sich problemlos mit dem menschlichen Organismus vertragen und damit beispielsweise für Kunstgelenke geeignet sind. Oder es geht um Nanotechnologie, diese winzigen Partikel, die eine ganz neue Oberflächenbearbeitung erlauben und Hochleistungswerkstoffe hervorbringen.
Wie in allen anderen Kompetenzfeldern spielt neben verschiedenen Netzwerken auch der wissenschaftliche Unterbau eine herausragende Rolle. So ist die Ballung universitärer Werkstoffforschung in der Region nach Einschätzung der IHK Nürnberg deutschlandweit einzigartig. Über 1200 Forscher arbeiten hier an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Bereich Materialwissenschaften.

Am ehemaligen Grundig-Standort „Uferstadt" wird gerade die dritte Entwicklungshalle des Technikums der Werkstoffwissenschaftler fertiggestellt und auf dem alten Flugplatz Atzenhof (jetzt: „Golfpark") entsteht ein neues Institut der Fraunhofer-Gesellschaft zur Materialprüfung.

 

Quelle: Fürther Nachrichten, 2. Juni 2010


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