Magnesium soll bald Sprit sparen helfen
Diehl will gemeinsam mit der Neue Materialien Fürth Gmbh innovative Bauteile entwickeln
Um die Entwicklung und Fertigung von Magnesium-Bauteilen voranzu¬bringen, arbeitet die Diehl Metall Stif¬tung jetzt mit der Neue Materialien Fürth GmbH zusammen. In Autos ein¬gebaut, können diese Bauteile einmal großen Nutzen haben: Da Magnesium sehr leicht ist, wird das Fahrzeugge¬wicht insgesamt geringer — und damit auch der Spritverbrauch.
Um die Entwicklung und Fertigung von Magnesium-Bauteilen voranzu¬bringen, arbeitet die Diehl Metall Stif¬tung jetzt mit der Neue Materialien Fürth GmbH zusammen. In Autos ein¬gebaut, können diese Bauteile einmal großen Nutzen haben: Da Magnesium sehr leicht ist, wird das Fahrzeugge¬wicht insgesamt geringer — und damit auch der Spritverbrauch.
NÜRNBERG - In Südostasien sind Magnesium-Bauteile, die dort durch ein Spritzgießverfahren hergestellt werden, längst ein Renner: Unter anderem die Elektronikindustrie er¬setzt zunehmend Elemente, die früher aus Kunststoff oder auch Aluminium gefertigt wurden, durch Magnesium-Formteile. Der Vorteil liegt auf der Hand: Verglichen beispielsweise mit Aluminium ist Magnesium um gut ein Drittel leichter.
„Und trotzdem sehr stabil", betont Diehl-Unternehmenssprecher Micha¬el Prymelski. Ideales Einsatzgebiet wäre deswegen die Automobilindus¬trie: „Wenn man bei einem Auto Kom¬ponenten aus herkömmlichen Materia¬lien durch Magnesium-Bauteile er¬setzt, sinkt das Gewicht des Fahr¬zeugs und damit auch der Spritver¬brauch", erklärt Prymelski.
Fürth ist führend
Doch während in Südostasien bereits rund 200 Spritzgießanlagen industriell Magnesium-Bauteile her¬stellen, laufen in Europa noch For¬schungen. Führend dabei ist die Neue Materialien Fürth GmbH, die sich mit innovativen Technologien zur Herstel-lung von Bauteilen aus Metallen und Kunststoffen beschäftigt.
Dieses Wissen will Diehl nutzen und arbeitet deswegen im Rahmen eines Kooperationsvertrages seit eini¬gen Wochen mit der Fürther For¬schungsgesellschaft zusammen. Mögli¬che Anwendungen sieht Diehl etwa auf dem Gebiet der Verkehrstechnik oder auch im Verbraucher-Bereich. „Momentan tasten wir aber noch ab, welche Einsatzmöglichkeiten es für Magnesium-Bauteile gibt", so Prymel¬ski. Ersetzt werden könnte so in Zu¬kunft nicht nur Kunststoff oder Aluminium, sondern zum Beispiel auch Stahl.
Wann Diehl die ersten Magnesium-Bauteile an Kunden ausliefern kann, ist unklar. Derzeit gehe es erst darum, die neue Technologie praxisreif zu entwickeln, so der Unternehmenssprecher. KATRIN MERKEL

Bereits seit einigen Jahren experimentiert die Neue Materialien Fürth GmbH mit o Magnesium-Bauteilen, die sie in Spritz-Gießtechnik herstellt. Archivfoto: Winckler



