Politiker inspizieren Forscherschmiede

Innenminister Beckstein sah sich mit Landtags-Kollegen im Fürther Technikum um

Politiker inspizieren Forscherschmiede
Mit Innenminister Günther Beckstein (Mitte) überzeugten sich Landtagsabgeordnete aus ganz Mittelfranken davon, dass sich die millionenschweren Investitionen des Freistaates in das Fürther Technikum gelohnt haben. Foto: Johannes Goecke

FÜRTH: Hoher Besuch aus München: Innenminister Günther Beckstein konnte sich bei einem gemeinsamen Besuch mit mittelfränkischen Landtagsabgeordneten der CSU im Fürther Technikum davon überzeugen, dass die sich die millionenschweren Investitionen des Freistaates in den Wissenschaftsstandort Fürth gelohnt haben.

Den hat der designierte bayerische Ministerpräsident selbst mit aus der Traufe gehoben. Auf dem brachliegenden ehemaligen Grundig-Grundstück in der Uferstadt wurden im Jahr 2000 zunächst die Neue Materialien Fürth GmbH (NMF) als Tochtergesellschaft der Friedrich-Alexander-Universität, der Stadt Fürth sowie des Freistaates angesiedelt.
Später folgten eine Dependance des Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) sowie das Institut für Neue Materialien und Prozesstechnik (ZMP). Diese Einrichtungen bilden zusammen das Technikum Fürth, das der Freistaat mit etlichen Millionen Euro gefördert hat.

Wie schwierig Industriepolitik für Franken angesichts der oberbayerischen Übermacht sein kann, ließ eine Bemerkung Recksteins erahnen: "Die Investition musste in mehrere Teile aufgestückelt werden. Andernfalls hätten uns die Münchner einen größeren Brocken weggeschnappt."

So aber konnte die mittelfränkische Metropolregion als Forschungs- und Industriestandort gestärkt werden. Die Entwicklung konzentriert sich auf die Erforschung und Erprobung neuer Werkstoffe. Aber auch die "Radio Frequence Identification"-Technologie (RFID) wird in Fürth weiterentwickelt: Statt mit herkömmlichen    Strichcodes    sollen Waren aller Art künftig mit intelligen Mikrochips versehen werden, die dann unter anderem mit Logistik-Systemen oder Supermarkt-Kassen kommunizieren können. Die Besonderheit: Forschung und Entwicklung sowie industrielle Anwendung werden unmittelbar miteinander verzahnt. Der Vorteil: Entwicklungen können zeitnah in bare Münze umgesetzt werden.

Beckstein zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Fortschritten in der Uferstadt. "Das Projekt ist von zentraler Bedeutung für die Profilierung unserer Region", unterstrich er. "Wir müssen deshalb alles tun, um es weiter voranzutreiben." Er brachte in diesem Zusammenhang noch eine gute Nachricht mit: Das bayerische Kabinett hat beschlossen, dass Fürth künftig den Zusatz "Wissenschaftsstadt" auf den Ortsschildern führen darf. Ausnahmsweise, wie Beckstein anmerkte, denn offiziell gibt es diesen Titel nicht. JOHANNES GOECKE

Quelle: Fürther Nachrichten, 03. März 2007


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