Bayreuth ein heißer Kandidat
Fraunhofer plant offenbar mit Technologie-Stadt als Institutsstandort
Bayreuth. Die Chancen stehen gut, dass Bayreuth Standort eines Fraunhofer-Instituts wird. Dies ist ein Ergebnis des Besuchs von Ministerpräsident Günther Beckstein im Kompetenzzentrum Neue Materialien, unter dessen Dach auch eine von zwei Bayreuther Fraunhofer-Projektgruppen arbeitet.
Wie sagt man es, wenn man offiziell noch nichts sagen darf oder will? Dr. Alfred Gossner, bei der Fraunhofergesellschaft Vorstand für Finanzen und Controlling, ist ein wahrer Meister in dieser Disziplin: Dank der Förderung durch den Freistaat Bayern plane die Fraunhofergesellschaft an mehreren Standorten Ausbaumaßnahmen. In den kommenden fünf bis zehn Jahren sollen bis zu fünf neue Fraunhofer-Institute in Bayern entstehen. Zu den zehn Standorten, die Gossner aufzählte und die in der engeren Wahl sind, gehört auch Bayreuth. Grund dafür sind in erster Linie die Erfolge, die die beiden Bayreuther Fraunhofer-Projektgruppen Keramische Verbundstrukturen und Prozessinnovation Ostbayern bis dato erzielten. Gossner zeigte sich beeindruckt: „Ich bin zuversichtlich, dass die Projektgruppen ihre Ziele erreichen und die regionale und überregionale Industrie uns als Forschungspartner unterstützen wird."
Das ist mehr als eine Floskel, denn auch in Bayreuth bleibt Fraunhofer seiner Philosophie treu. Die nach eigenen Angaben führende Organisation für angewandte Forschung in Europa gründet niemals sofort ein Institut, sondern entwickelt in Projektgruppen Kompetenzen, Ressourcen und Kundenbeziehungen, die die Basis für Gründung eines Instituts darstellen.
Die Rahmenvereinbarung der Fraunhofergesellschaft mit der Universität Bayreuth, die Anschubfinanzierung des Freistaates, das wirtschaftliche Umfeld und die engagierten Mitarbeiter sehe er derzeit als eine solch solide Basis. „Wir können zuversichtlich sein, hier in Bayreuth ein komplettes Institut zu gründen", so Gessner in Abweichung zu seinem Redemanuskript.
Sollte die Wachstumsdynamik der Bayreuther Projektgruppen unter der Leitung der Universitätsprofessoren Walter Krenkel und Rolf Steinhilper anhalten, gehe er davon aus, dass das Bayreuther Institut zu den ersten der geplanten neuen Standorte gehören werde. Gossner: „Ich glaube eher an fünf als an zehn Jahre, wenn es hier vor Ort so dynamisch weitergeht."
Ministerpräsident Beckstein hatte zuvor erklärt, gemeinsam werde man die einmalige Chance, weltweit renommierte Fraunhofer-Forschungseinrichtungen an Bayreuth zu binden, „beim Schopf packen". 15 Millionen Euro würden in den nächsten Jahren zusätzlich zum Ausbau der Studienkapazitäten in Oberfranken in die Stärkung der Technologie- und Innovationsinfrastruktur in Bayreuth fließen. Frank Schmälzle
So hitzebeständig ist Keramik: Über Fortschritte der beiden Bayreuther Projektgruppen der Fraunhofergesellschaft informierte sich Ministerpräsident Beckstein (Mitte) im Kompetenzzentrum.
Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 29.08.2008. Download




