Kompetenz in Keramik

Bayreuth. Die Bayreuther Fraunhofer-Projektgruppe Keramische Verbundstrukturen unter Leitung von Professor Walter Krenkel arbeitet an der Herstellung und Prüfung von hochtemperaturbeständigen Bauteilen aus Faserverbundkeramiken. Aktuell baut die Gruppe eine weitere Fertigungshalle am Kompetenzzentrum Neue Materialien aus. Bis Ende des Jahres 2011 soll die komplette Prozesskette - von der Formgebung der Bauteile über die Hochtemperaturbehandlung bis hin zur Qualitätskontrolle - zur Verfügung stehen. Der Freistaat hat dafür eine Anschubfinanzierung von 6,9 Millionen Euro zugesagt. Heute schon profitieren Automobilhersteller von der Keramik-Kompetenz aus Bayreuth, die sich in Bremsscheiben widerspiegelt. Ein aktuelles Forschungsprojekt zielt auf die Verbindung von Keramik und Stahl für Rohre im Kraftwerksbau ab.

Innovation in die Märkte bringen

Bayreuth. Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinovation unter Leitung von Professor Rolf Steinhilper hat sich zur festen Größe im Dialog der regionalen Industrie und des Handwerks mit Wissenschaft und Forschung entwickelt. Steinhilper: „Wir sorgen mit Prozessinnovation dafür, dass die Produktinnovationen in die Märkte kommen." Mehr als zwei Dutzend Unternehmen haben sich in den vergangenen Monaten die Unterstützung der Projektgruppe geholt: zu Fragen moderner Fabrik- und Logistikgestaltung, zu Fertigungs- und Montageprozessen, aber auch zu Diagnosetechnologien und Ersatzteilproduktion für Kraftfahrzeuge. Die Projektgruppe hat auch den Aufbau der Turbinenschaufelfabrik MTS auf dem Bayreuther Technologiehügel begleitet. Obwohl noch nicht komplett fertiggestellt, wird dort bereits produziert.

Kommentar

Vorfreude

Thema: Fraunhofer

Der Versuchsballon ist nicht geplatzt: Fraunhofer-Vorstand Gossner dementierte auf KURIER-Nachfrage nicht, dass seine Aussagen beim Beckstein-Besuch einer Quasi-Zusage für ein Institut gleichkommen. Das haben wird den Super-Forschern der Uni und des Kompetenzzentrums zu verdanken. Und dem Freistaat, der unterstützt. Ich habe keinen Zweifel, dass die Dynamik anhält und wir in ein paar Jahren ein Bayreuther Institut sehen. Es wird ein Meilenstein für die Werkstoffregion.  

Frank Schmälzle

Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 29.08.2008. Download