"Da steckt Zukunft drin"

Kompetenzzentrum bildet jetzt selbst aus.

Bayreuth. Andreas Popp hat den Job bekommen: Der junge Mann aus Speichersdorf ist der erste, der im Kompetenzzentrum Neue Materialien Bayreuth eine Berufsausbildung absolviert. Drei Jahre wird es dauern, dann ist Andreas Popp Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk. Einer mit besonderen Kompetenzen.

Im Kompetenzzentrum erlebt man vielleicht noch etwas drastischer, was viele Betriebe inzwischen mächtig umtreibt: Gerne würde man gute Mitarbeiter einstellen, doch die sind auf dem Arbeitsmarkt rar gesät. „Das Problem haben wir hier sicher in ganz besonderem Maß", sagt Christian Trassl, der den Bereich Kunststoff am Kompetenzzentrum leitet. Partikelschäume werden hergestellt und fortentwickelt, Faserverbundwerkstoffe und andere, neue Hightech-Materialien erforscht, gemeinsam mit Industrieunternehmen wird an konkreten Veränderungen und Verbesserungen gefeilt. Trassl: „Unser Spektrum ist sehr breit und deshalb sind unsere Ansprüche an die Mitarbeiter wohl auch hoch."

Qualifizierte Techniker haben am Kompetenzzentrum immer eine Chance - darauf warten, dass sie sich dort vorstellen, will man allerdings nicht mehr. „Vor einem Jahr haben wir die Weichen gestellt, um jetzt ausbilden zu können", sagt der Geschäftsführer des Bayreuther Kompetenzzentrums, Dr. Dieter Kunz. „Wir können selbst etwas tun, um uns mit dem Wichtigsten, was ein Unternehmen braucht, zu versorgen: mit guten Mitarbeitern."

60 Prozent der am Kompetenzzentrum Beschäftigten haben eine akademische Ausbildung, sind Wissenschaftler. Die übrigen 40 Prozent allerdings, zu denen jetzt auch Andreas Popp gehört, sind qualifizierte Techniker. Praktiker mit Erfahrung und Kreativität. Was auf Andreas Popp wartet, ist die spannende Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und die Aufgabe, Theorie und Praxis zu verbinden. Andreas Popp wird der Produktionsmaschine beibringen müssen, was die Wissenschaftler wollen, und umgekehrt den Wissenschaftlern beizubringen haben, wie sich die Maschine und das Material verhalten. En Wechselspiel, das spannend werden kann. „Wir wollen mehr von den Prozessen verstehen lernen", sagt Kunz. „Das ist unsere zentrale Aufgabe." In Theorie und Praxis.

Gigantische Perspektiven

Der 18-jährige Speichersdorfer, dem Kunz attestiert mit seiner Begeisterung und Kreativität genau der Richtige zu sein, brennt auf seinen neuen Job: „Die Perspektiven im Kunststoffbereich sind gigantisch", sagt der Absolvent der Fachoberschule Bayreuth. „Da ändert sich so viel, da ist so viel Bewegung drin - da steckt Zukunft drin."

Profitiert vom Wissen und Können seines Ausbilders Dirk Pessler (rechts): Azubi Andreas Popp - hier mit seinen beiden Chefs Dr. Dieter Kunz und Christian Trassl (links).

Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 05.09.2008. Download (PDF, 719 kb).