Bayreuth zeigt sich von 20 guten Seiten

Oberbürgermeister und Unternehmer machen sich in einer neuen Broschüre zu Botschaftern der Stadt

Bayreuth. Die Premiere hat geklappt: Bei der Expo Real, der Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien, die im Oktober in München stattfand, kam die neue Image- und lnformationsbroschüre zum Wirtschaftsstandort Bayreuth bereits bei ersten Interessenten an. Und: Sie kam gut an.

Gestern nun stellten Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, Bayreuther Unternehmer sowie Vertreter der Universität und der Verwaltung, die durch die Bank mit ihrem Namen und Gesicht für Bayreuth werben, die 20-seitige Broschüre der Öffentlichkeit vor. Eine vielfältige Wirtschaftsstruktur, die dynamische Universität und eine exzellente Verkehrsanbindung gehörten zu den wesentlichen Standortvorteilen Bayreuths, so Hohl bei der Präsentation im Kompetenzzentrum Neue Materialien. Die wirtschaftlichen Prognosen für die Stadt stünden ,,nicht schlecht". Initiativen wie das Kompetenzzentrum Neue Materialien und der Technologiepark Wolfsbach würden in die richtige Richtung weisen. "Aber nur Standorte, die ihre Potenziale weiterentwickeln, bleiben im Wettbewerb vorn", erklärte der Oberbürgermeister. Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, das die Stadt in Auftrag gegeben habe, zeige Zukunftsperspektiven. Neue Materialien, Gesundheit und Logistik seien demnach die Wirtschaftsbereiche, auf die Bayreuth für die Zukunft besonders baue.  Dies spiegele sich auch in der Broschüre, die die Abteilung für Wirtschaftsförderung im Rathaus mit der Bayreuther Agentur GMK umgesetzt hat, wider.

Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl (Mitte) präsentierte gestern gemeinsam mit Unternehmern die neue Image- und Informationsbroschüre zum Wirtschaftsstandort Bayreuth.

In der Broschüre bekennen sich der Geschäftsführer der Firma Schlaeger, Anton Fuchs, der Standortdirektor der BAT, Marc Van Herreweghe, Brauerei-Chef Jeff Maisel, Universitätspräsident Professor Helmut Ruppert, der Direktor der MTS Bayreuth, Dr. Klaus Schneider, der Geschäftsführer der Neue Materialien Bayreuth GmbH, Dr. Dieter Kunz, die beiden medi-Inhaber Dr. Michael und Stefan Weihermüller, die Logistiker Frank Steinbach und Christian Wedlich, die Festspielleiterinnen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner sowie der Inhaber der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne, Udo Schmidt-Steingraeber zu Bayreuth.

Bayreuth als Produkt

Schmidt-Steingraeber nutzte den gestrigen Termin dazu, an die Vernunft der Komunalpolitiker bei der Weiterentwicklung des Standortes Bayreuth zu appellieren. Er könne Meinungen, die Stadt brauche kein Kongresszentrum, der Markt sei bereits unter bestehenden Standorten aufgeteilt, nicht teilen. ,,Es geht darum, Bayreuth als ein neues Produkt auf diesem Markt zu präsentieren. Und es wird gekauft werden, wenn die Qualität stimmt", so Steingraeber. Allerdings warne er davor, die Stadthalle zu sanieren und damit zu schließen, solange Bayreuth nicht über ein Kongresshaus verfüge. Dies würde nicht nur mit den anstehenden Jubiläumsjahren kollidieren. ,,Es würde vor allem Veranstalter, die jetzt schon für 90 Kongresstage pro Jahr in Bayreuth sorgen, vor den Kopf stoßen und vertreiben." Diesen "Flurschaden" und die harte Aufholarbeit, die es brauche, um verlorene Kongresskunden zurückzugewinnen, könne man sich sparen. Wenn man jetzt vernünftig plane.

Geplant war eigentlich auch, dass der Bau des Bayreuther Technologienzentrums weiter sein sollte, als er tatsächlich ist. Wie Oberbürgermeister Hohl gestern vor Ort in
Wolfsbach auf KURIER-Fragen erklärte, habe die Verzögerung zwei Gründe: Der personelle Wechsel im Wirtschaftsministerium nach der Landtagswahl habe ebenso dazu beigetragen wie die abwartende Haltung bei Siemens angesichts der aufziehenden Wirtschaftskrise. Siemens gilt als Partner und als wichtigster Mieter in dem Zentrum, das jungen Hochtechnologienunternehmen den Schritt auf die Märkte leichter machen soll. Inzwischen, so Hohl, habe er allerdings von beiden Stellen positive Signale erhalten.

Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 27.11.2008. Download (PDF, 461 kb).