SERIE: Bayreuther Unternehmen
Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern GmbH

Wiege neuer Werkstoffe

Steinzeit, Kupferzeit, Bronzezeit, Eisenzeit - wichtige Epochen der Menschheitsgeschichte wurden nach den dominierenden Werkstoffen benannt. Heute herrscht stattdessen Vielfalt, doch weiterhin sind Innovationen im Bereich der Materialien von zentraler Bedeutung für den Fortschritt. Zu dessen Schrittmachern gehört daher die Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern GmbH.

Als die Menschen der Kupferzeit nach einem härteren, aber ebenso leicht zu bearbeitenden Material suchten, mischten sie u.a. Kupfer mit Zinn. So wurde durch Probieren die Bronze entdeckt. Seitdem hat die Komplexität der Werkstoffe erheblich zugenommen und Innovationen brauchen deshalb hoch spezialisierte Experten, wie sie im Kompetenzzentrum Neue Materialien (KNM) in Bayreuth-Wolfsbach zu finden sind.

Gründung im Jahr 2000

Gegründet wurde das KNM im Jahr 2000 im Rahmen der High Tech Offensive Zukunft Bayern. Es ist Teil des Unternehmensverbunds „Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern", der aus fünf Gesellschaften mit Standorten in den Städten Bayreuth, Fürth und Würzburg besteht. Übergeordnete Ziele: die Nutzung der Innovationspotenziale neuer Materialien, Prozess- und Verfahrenstechniken sowie die Beschleunigung des Transfers aus Forschung und Entwicklung in die Praxis.

56 Millionen Euro Anschubfinanzierung für Gebäude, Geräteinvestitionen und Projektarbeit leistete der Freistaat Bayern. Mittlerweile erwirtschaftet das Kompetenzzentrum einen großen Anteil seines Finanzbedarfs selbst, doch der Staat wird weiterhin für eine Grundfinanzierung sorgen. Und das wohlüberlegt, denn der große kommerzielle Erfolg der vom Zentrum erarbeiteten Lösungen spricht für sich.

Ein Erfolg, der auch der optimalen Nutzung von Synergien zu danken sei, wie Stefan Kollböck, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums, betont. „Wir arbeiten eng mit den Forschungseinrichtungen der Region zusammen - z. B. mit der Universität Bayreuth und der Fraunhofer Arbeitsgruppe in Bayreuth-Wolfsbach."

Einer der Schwerpunkte des Bayreuther Standortes sind Leichtbaukonzepte, wobei es sowohl um die Entwicklung von neuen Materialien als auch um die neuer Verfahren und Prozesse geht. Gefordert ist ein geringes Gewicht (das zur Kostenersparnis führt) bei dennoch hoher Festigkeit und Steifigkeit der Materialien. Die Partner aus der Indus trie stammen z. B. aus der Branche der Automobilzulieferer und dem Maschinenbau.

Außerdem wird in Bayreuth etwa das Verhalten von Materialien beim Schweißen oder bei starker Hitzeeinwirkung simuliert. Ein weiteres Thema sind Oberflächenbeschichtungen, die eine Verschmutzung von Bauteilen verhindern (Lotus Effekt) oder Materialeigenschaften verbessern. Stets hat das Kompetenzzentrum „Innovationen im Blick", wie es im Motto des Unternehmens heißt.

Aus einer Hand

Punkten können die WerkstoffSpezialisten auch mit ihrer Philosophie der Komplettlösung aus einer Hand. Von der Erstberatung des Kunden bis zur Fertigung von Kleinserien reichen die Leistungen, wobei immer der wirtschaftliche Erfolg einer Entwicklung im Fokus steht. Großer Wert werde auf Termintreue gelegt „und eine Vertraulichkeitsgarantie ist selbstverständlich", so Kollböck.

In der Regel tritt der Kunde mit einem Problem an das Kompetenzzentrum heran, das aber auch aktiv den Kontakt zur Wirtschaft sucht. Als Alleinstellungsmerkmal sieht Kollböck die kompromisslose Ausrichtung an der Praxistauglichkeit. So können die Industrie-Unternehmen die im Kompetenzzentrum erarbeiteten Lösungen ohne Änderung auf ihren Produktionsprozess übertragen. Ein oft entscheidender Zeit- und Kostenvorteil!

Quelle: BEW Kundenzeitung (März 2009), Ausgabe 17, S. 8

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